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In England mit den Hunden

Die weißen Felsen von Dover

Der Cheesewring in Cornwall


12.) In England

England ist in Bezug auf Hunde ein seltsam zwiespältiges Land.

Obwohl Unmengen von Hunden gehalten werden, nimmt man sie offensichtlich eher nicht mit sondern läßt sie in seinem Garten.

In Lokalen sind sie (abgesehen von der individuellen Ausnahme) verboten, außer man sitzt draußen.

Dafür fahren sie im Zug gratis mit!

Viele Geschäfte lassen keine Hunde ein, auch Geschäfte wie Bookshops und Record Stores.

In London steht gerne am Eingang des Geschäfts ein schwarzer Bodybuilder, der mit sonorer Stimme fragt, ob die Hunde „Guide Dogs“ (Blindenhunde) sind. Ich bin mir sicher, man hätte mich eingelassen, wenn ich frech genug gewesen wäre, einmal zu antworten, daß sie wirklich Blindenhunde sind! Allein die Frage zu stellen, bei zwei normal angeleinten Border Collies mit zwei offensichtlich nicht-blinden Besitzern bedeutet ja wohl, daß keinerlei Idee vorhanden war, was ein „Guide Dog“ ist! (Z.B: „Yes, they are our London Guide Dogs. This one is trained to find Trafalgar Square, the other one takes us back to Piccadilly Circus!“)



Ach ja, ein anderes prominentes Hundedetail: In England lernt man, überallhin kleine Sackerl mitzunehmen, da man auf Schritt und Tritt von Schildern verfolgt wird, auf denen mit horrenden Summen bei Verschmutzung der Straßen oder der Landschaft durch Hunde gewarnt wird. 8000 Pfund für ein Häufchen am Strand von Eastbourne zum Beispiel (etwa 11.000 Euro!)



England ist also gespalten in die Hundeenthusiasten- sie haben ja mehr Rassen und Hundesportarten entwickelt als jede andere Nation! -und den Rest, der Hunde für unhygienische Dreckschleudern hält, von denen man Ausschlag bekommt, wenn man sie streichelt und die überall Häufchen verlieren.



Wenn man mit Hunden unterwegs ist, tut man gut daran, sofort in die Gefilde der Hundeenthusiasten zu kommen, dann ist man auf der sicheren Seite!



Zur Unterkunft: Es gibt einen Hotel- und B&B- Führer, der einem alle Gaststätten, wo Hunde erlaubt sind, aufzählt. Den gibt es in Tierhandlungen, die man meist in den neben den großen Supermarkt-Tankstellen-Baumarkt-Konstellationen etwas außerhalb von mittleren Städten findet. Dort findet man auch alles andere, von Hundefutter bis Spielzeug und Käfigen. Preise sind unterschiedlich, manches kann sehr günstig sein, anderes lohnt sich nicht so weit zu transportieren.



Wir waren auf Campingplätzen und mit einem internationalen Campingführer unterwegs, in dem angegeben war, ob Hunde erlaubt sind. Meist kostet ein Hund etwa ein Pfund extra.



Insgesamt würde ich sagen, ist es sehr interessant mit Hunden in England unterwegs zu sein, wenn man Hundeaktivitäten vorhat. Wenn man nur einen erholsamen Urlaub geplant hat, sind sie einem eher im Weg und man sollte sich auch den nicht unerheblichen finanziellen Aufwand für alle Untersuchungen und Einfuhrpapiere überlegen. Darum kann man den Hund schon ganz gut in der Heimat unterbringen.



Ich möchte auf jeden Fall nächstes Jahr wieder mit den Hunden nach England, diesmal zu mehr Trials und zu einem Sheepdog Training Course im Lake District!



Wenn jemand genauere Fragen hat, kann er sich gerne per e-mail mit mir in Verbindung setzen und ich werde mich freuen, meine Erfahrungen zu teilen.