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Die Reise nach England mit den Hunden


7.) Route:

Welche Route man nimmt, ist natürlich Geschmackssache. Wir sind mit dem Auto gefahren. Zum Fliegen mit Hunden habe ich also keine aktuellen Erfahrungen.

In Frankreich sind die Autobahnen recht teuer, also lohnt es sich, oberhalb von Frankreich durch Belgien zu fahren und dann vor Oostende nach Calais abzubiegen. (Die kürzeste Strecke über den Kanal geht von Dover/Folkestone nach Calais)



9.)Calais:

In Calais sind weder die Docks noch der Chunnel zu verfehlen, da sie überall in enormen Lettern angeschrieben sind. Dasselbe gilt für die Pet Travel Scheme Station, zu der man vor dem Einchecken mit den Hunden muß. (Ein riesiges gelbes Schild mit einem schwarzen Pfotenabdruck)

Natürlich sprechen sie in Calais auch bei dieser Station ausschließlich französisch und weigern sich ein Wort Englisch zu verstehen. (Das ist in Frankreich so üblich, trotz eines extrem strengen Schulsystems, in dem sie jahrelang Englisch lernen müssen) Also sollten die Papiere wirklich in Ordung sein, der Chip gut ablesbar und auch der Hund in einem nicht augenfällig kranken Zustand! Folgende ausgefüllte Formulare muß man hier vorlegen:



>„Declaration“: Erklärung, daß der Hund nicht in außereuropäischen (gefährlichen!) Ländern war. (In den Unterlagen von der Botschaft dabei, samt Liste der gefährlichen Länder)

>Blutuntersuchungsergebnis mit Tollwut-titer (vom untersuchenden Labor)

>Tollwutschutzimpfungsbescheinigung (in den Unterlagen von der Botschaft, vom Amtstierarzt gestempelt und ausgefüllt)

>„Ursprungs- und Gesundheitszeugnis“, vom Amtstierarzt unterzeichnet, ausgefüllt, gestempelt (hat der Amtstierarzt meistens lagernd)

>„Veterinärbescheinigung über die Behandlung von Ekto- und Endoparasiten“ (Formular von der Botschaft, ausgefüllt und gestempelt vom betreuenden Tierarzt bei der Entwurmung und Entzeckung direkt vor der Abreise)



Wenn alles paßt bekommt dort einen riesigen Zettel, den man sich an die Windschutzscheibe klebt. So gekennzeichnet darf man weiter.



10.)Chunnel oder Fähre?

Wir hatten die Auskunft, daß man keine Reservierung für den Chunnel (Autozug unter dem Kanal durch) braucht. Ich bin auch schon einmal durch den Tunnel gefahren, ganz zu Beginn seiner Eröffnung. Damals war er im Vergleich zu den Fähren noch recht günstig. Diesen Sommer waren wir leider schockiert vom Preis.

Erstens muß man zwar nicht vorbestellen, weil (wegen der Preise!) die Chunnel-Züge halb-leer fahren. Aber man zahlt 20 Prozent Aufpreis, wenn man nicht vorbestellt!

Für unseren Zeltanhänger mußten wir wie für ein zweites Auto zahlen und jeder Hund hat 45 Euro gekostet. So hat eine Fahrt durch den Tunnel stolze 628 Euro (!!!) gekostet.



Unsere Empfehlung im Nachhinein: Vor der Reise im Internet die günstigste Fähre für den individuellen Bedarf herausfinden. Es gibt viele verschiedene, nicht nur von Calais nach Dover sondern auch von Oostende, Dunkerke, etc. Es gibt auch eine Menge Internetseiten dazu, z.B. „Cheap Ferry Tickets“



Man kann über das Internet die gesamte Bestellung und Bezahlung erledigen und dann mit einem persönlichen Code einchecken.

Außer daß die Fähren dreimal so billig sind wie der Tunnel, war es auch auf der Fähre bei der Rückfahrt viel angenehmer als im klaustrophoben Chunnel-zug, wo man 35 Minuten lang zwischen Hochsicherheitsbrandschutztüren in Grüppchen zu je drei Autos auf Schienen festgeklemmt ist und nichts machen kann außer die Erläuterungen über Notfälle an den Zugwänden zu lesen.

Die Seafrance-Fähre von Dover nach Calais braucht zwar dreimal so lange, aber man kann währenddessen im Fähren-Café sitzen oder übers Meer schauen, oder im im Fährenshop sein Geld loswerden.

Der Check- In ging bei der Fähre sogar schneller als beim Chunnel, der so stolz ist, daß der besonders flott ist.



Wenn es einem also nicht auf genau die Stunde ankommt, die man mit der Fähre verliert, muß man unbedingt vom Tunnel abraten.



Leider waren wir in Calais schon am Ende unserer 48-Stunden-Entwurmungs-Frist und hatten nicht den Nerv, noch aus der Chunnel-Schlange auszuchecken und auf Gut Glück eine Fähre zu suchen.
 

11.)Rückreise

Beim Ausreisen zahlt man interessanterweise nicht für die Hunde. Wahrscheinlich ist man froh, wenn möglichst viele Hunde die Insel verlassen!

Wenn man Hunde aus England exportieren möchte, brauchen sie für die Durchreise theoretisch eine Tollwutimpfung, außer der Hund ist zu jung um schon eine zu bekommen (wie bei unserem 8-wöchigen Welpen). (Für aktuelle Bestimmungen Botschaft fragen oder in England DEFRA anrufen.) Für die Durchreise durch Frankreich brauchen sie außerdem ein tierärztliches Gesundheitszeugnis.



Da es aber keinerlei Stationen oder Beamte bei der Ausreise gibt, die für Hunde zuständig wären, wird nichts davon kontrolliert. Kein Mensch hat in unser Auto geschaut, ob wir Hunde haben und wie viele und ob sie eitrige Pestbeulen haben. Also dürfte es nicht wichtig sein, ob man von England nach Europa Krankheiten oder Parasiten einschleppt!



Auch in Frankreich kommt man von der Fähre sofort auf die Autobahn, ohne eine Kontrollstation.