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Vorbereitungen für eine Englandreise mit Hunden

In den South Downs

 


Seit man die Quarantäne in England aufgehoben und durch Einreisebestimmungen nach skandinavischem Modell ersetzt hat, hatte ich vor, endlich einmal mit den Hunden nach England zu fahren. Es war eine Menge Arbeit und man muß mit einer Planung von etwa 9 Monaten rechnen, aber es hat sich gelohnt. Es war ein phantastisches Erlebnis! Für mich war natürlich das Highlight eine Teilnahme bei einem englischen Open Sheepdogtrial mit meinem englisch gezüchteten Border Collie Whenway Celtic Tradition. Unsere Rosette für den dritten Platz der Visitor`s Class der Devon Sheepdog Society ziehrt jetzt stolz unsere Pinwand!
 

Nachdem ich mich während meiner Reiseplanungszeit gefreut hätte über kundigen Rat, wie man die richtigen Dokumente zu den richtigen Terminen zusammenstellt und so weiter, möchte ich jetzt meine Erfahrungen weitergeben. Die Erläuterungen, die man von der Botschaft geschickt bekommt, sind so gekonnt umständlich formuliert. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich zusammen mit unserem betreuenden Tierarzt grübelnd und rechnend durch den abschreckenden Papierstapel geblättert habe, um ja alles richtig zu machen.

Hier die vereinfachte Version nach meinen Erfahrungswerten

1.) Die Formulare:

Die britische Botschaft in Wien anrufen und sie bitten, sie mögen einem die Bestimmungen für das Einreisen mit Hunden (Pet Travel Scheme) zuschicken. (Man muß damit rechnen, mit den Leuten dort Englisch zu sprechen- und seine Adresse SEHR deutlich buchstabieren)

2.) Microchip:

Der Hund muß mikrogechipt werden, wenn er es nicht schon ist

3.) Tollwutimpfung:

Nach der eindeutigen Identifizierbarkeit des Hundes durch Mikrochip darf die Tollwutimpfung durchgeführt werden.

4.) Bluttest:

Nach der Tollwutimpfung muß man einen Bluttest von seinem Tierarzt nehmen lassen und diesen zum entsprechenden Labor schicken lassen (Adresse in den Bestimmungsbögen, die man von der Botschaft bekommen hat)

5.) 6 Monate Wartefrist:

Ab dem Blutabnahmetermin muß man sechs Monate warten, bis dem Hund die Einreise erlaubt ist. Natürlich nur, wenn das Ergebnis einen guten Titer gezeigt hat. Wenn man nicht sicher ist, oder man den Urlaub auf keinen Fall nachträglich verschieben sollte, sollte man sich also etwa zwei Monate extra für den Notfall lassen, daß man noch einmal impfen und untersuchen muß. (Bis man das Ergebnis des Bluttests bekommt, können auch ein paar Wochen vergehen)

(Mit dieser 6-Monate-Frist verstehen die Engländer keinen Spaß, die wird bis auf den Tag genau ausgerechnet.

6.) Amtstierarzt:

Wenn die sechs Monate abgelaufen sind, kann man einen Termin bei seinem lokalen Amtstierarzt ausmachen. (Adresse in Broschüre von der Botschaft) Dort erscheint man mit

dem Hund,

dem Impfpaß,

einer gültigen Hundesteuermarke,

dem Bluttestergebnis,

und am besten den ganzen Unterlagen von der Botschaft.



Außerdem sollte man wissen, welche Route man nehmen möchte, da der Amtstierarzt den Hund für alle durchreisten Länder extra freigeben muß. (Tip: Wenn man seit Ausstellung des Impfpasses übersiedelt ist, sollte man nicht vergessen, die Adresse umzuschreiben, denn die behandelnden Behörden hassen alles, was irgendwie kompliziert wird, wie zum Beispiel nicht übereinstimmende Adressen im Impfpaß und Durchreiseerlaubnis) Der Amtstierarzt überprüft mit dem Chiplesegerät die Identität des Hundes, überzeugt sich –ohne ausführliche Untersuchungen- von der allgemeinen Gesundheit desselben und füllt ein Formular aus und stempelt es ab.

(Der Hund sollte munter und nicht auf den ersten Blick krank wirken. Mit Hautproblemen kann man angeblich Probleme bei der Einreise bekommen, wenn in Frage steht, ob es sich um eine ansteckende Kondition handeln könnte, also sollte man versuchen, den Hund in möglichst guter Kondition vorzuführen.) Der Amtstierarzt hat seine eigenen Bögen, um die Untersuchungen einzutragen, aber man sollte ihn vorher anrufen, ob er noch welche lagernd hat.

7.) Entwurmung und Entzeckung:

Die letzte gesundheitliche Hürde ist die Behandlung gegen Ekto- und Endoparasiten, die 24-48 Stunden vor der Einreise nach England stattgefunden haben muß. Das heißt daß man seine Reiseroute entsprechend berechnen muß, daß man innerhalb der erlaubten 24 Stunden auch einreisen kann. Welche Präparate dafür erlaubt sind, steht auch in den Bögen von der Botschaft. Man sollte vorher mit dem Tierarzt abklären, ob er sie lagernd hat. Wenn man seine Frist versäumt, wird man bei der Einreisestelle gezwungen, einen Tierarzt zu finden, der die Behandlung durchführt und dann 24 Stunden zu warten. Bei den Unterlagen von der Botschaft ist ein eigener Bogen für Entwurmung und Entzeckung dabei, dieser wird hier gebraucht und abgestempelt.