Welturaufführung
3. September 1992
Vom Kitsch
der Sissy Triologie befreit, zeigt uns das Musical Elisabeth von einer
ganz anderen Seite.....
Luceni, der die Kaiserin Elisabeth am 10. September 1898 in Genf
tötete, wird 100 Jahre nach dem Attentat von einem Richter verhört.
Um sich zu rechtfertigen ruft er ihre bereits toten Zeitgenossen
und den Tod als Zeugen. Der Tod gibt zu Elisabeth geliebt zu haben. In
den Tagebüchern der Kaiserin Elisabeth ist ihre Todessehnsüchte
beschrieben. Begründet liegen sie sicherlich zu einem Teil darin,
daß sie gegen die Erziehung und den Hofzerimonell rebellierte.
Nachdem
der Kaiser Franz Josef sich Elisabeth statt Helene zur Frau wünscht,
ist ihre Zeit als "Wildfang" vorbei. Sie kommt nach Wien und fühlt
sich wie in einem goldenen Käfig eingesperrt. Nur die Liebe zu Franz
Josef läßt sie nicht verzagen, doch als er sich gegen sie im
Kampf gegen die Erzherzogin Sophie, seine Mutter ziehen Wolken am Ehehimmel
auf. Das erste Kind ist eine Tochter und wird sofort an die Erzherzogin
zur Erziehung übergeben.
Während man am Wiener Hof an Elisabeth unablässig herummäkelte, berichteten die Gesandten (Botschafter der verschiedenen Länder) in den wärmsten Tönen von ihren Vorzügen. So schrieb der amerikanische Gesandte 1864 (Sissi war damals sechsundzwanzig Jahre alt) an seine Mutter: "Die Kaiserin ist, wie ich Dir schon öfter erzählte, ein Wunder an Schönheit - hoch und schlank, wunderschön geformt, mit einer Fülle von hellbraunem Haar, einer niederen griechischen Stirn, sanften Augen, sehr roten Lippen und süßem Lächeln, einer leisen, wohlklingenden Stimme, und theils schüchternem, theils sehr graziösem Benehmen."
Nun sieht sie
ihre Möglichkeit ihre Forderungen durchzusetzen. So reißt sie
mit ihren zwei Töchter mit nach Ungarn. Dort stirbt die ältere
Tochter am Fieber
Jetzt wo sie gegen die Erzherzogin gewonnen hat, versucht Sophie
den Kaiser aus der Abhängigkeit von Elisabeth zu befreien. Es wird
dem Kaiser gezeigt, daß auch andere hübsch sind. Bei diesem
Fehltritt wird Elisabeth angesteckt. Durch die Krankheit zerreißt
sie die letzten Banden zum Kaiser und geht auf Reisen. Ihr Sohn,
Rudolf, ersucht sie, als sie wieder einmal in Wien ist, um Einlenkung,
doch lehnt sie ab. Es kommt zum Unglück in Mayerling. Am Grab von
Rudolf erkennt sie, daß sie versagt hat und begibt sich wieder auf
Reisen.
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So kommt es, daß fern von ihrer "verhaßten" Heimat Elisabeth
im 61. Lebensjahr einem Attentat zum Opfer fällt. Aber der Mythos
Elisabeth oder Sissi wie sie liebevoll genannt wird, lebt weiter.
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