Tango Lesson  
          Sally   ...................... Sally Potter 
          Rotes Modell ........... Morgane Maugran 
          Pablo........................ Pablo Veron 
          Gelbes Modell ........  Geraldine Maillet 
          Pablo's Partnerin....... Carolina Lotti 
          Blaues Model............ Katerina Mechera 

          Regie: .................Sally Potter 

 
 
 
Story:  
Ein Film vieler Themen, dem Aspekt der Beziehung zwischen Mann und Frau, Dominanz und  Unterordnung, dem Tanz und seiner Faszination als ungleich starke Ausdrucksform von Emotionen und er scheint letztendlich auch ein autobiographisch erscheinender Abschnitt aus dem Leben der attraktive Endvierzigerin Sally Potter zu sein. 

Dieser autobiographische Eindruck entsteht nicht zuletzt durch die Darsteller der handelnden Personen, da die Autorin und Regiseuin Sally von der Autorin und Filmregisseurin Sally Potter und der Tänzer Pablo vom Tangostar Pablo Veron dargestellt werden. 
Ungewöhnlich wie auch passend wird die Geschichte als Schwarz-Weiß Film inszeniert,  nur durch einbrechende „Visionen“ Sallys farblich unterbrochen. 

Inhaltlich geht es schlichtweg darum, daß die Autorin Sally mangels des üblichen sprühenden Einfallsreichtums bei der Erstellung ihres Drehbuches rund um einen Pariser Modeschöpfer und einer Mordgeschichte an Mannequins geistige Entspannung in der Abwechslung des Tanzes sucht. 
Sie trifft dabei auf Pablo und wird von dessen in feurigen Tanzfiguren manifestierter Dominanz und Leidenschaft so fasziniert, daß sie ihm einen Handel vorschlägt: er lehrt sie den Tango - nicht nur als Tanz, sondern vielmehr als Lebensgefühl - und sie macht aus ihm einen Leinwandstar. (Beides ist mit Tango Lesson wohl auch gelungen.) 

Ab nun wogt ein Kampf zwischen Sally und Pablo, welcher als Sinnbild für den Kampf der Geschlechter verstanden werden will. 
Am Beginn der Partnerschaft kann Pablo seine Dominanz im Tanz ausleben und herrliche Tanzszenen im Stil der großen amerikanschen Tanzfilme sind die Folge. 
Ob am abendlichen Ufer der Seine, bei strömenden Regen auf den Straßen von Buenos Aires oder die in eine Tanzszene mündende Zubereitung eines Salates mit Steppeinlage am Kaminsimms - alle haben eines gemeinsam: feurige Leidenschaft und Kraft, ungemein erotische Körpersprache und die Verkörperung von Dominanz und Hingabe. 
Im nachfolgenden Rollentausch findet sich der Schüler Pablo mit der Unterordnung unter die „Frau“ Regisseurin nicht zurecht, begehrt auf mit typisch südländischen Ausbrüchen des Tempraments und findet sich nur langsam in die neue Rolle, schafft jedoch damit die Basis für eine völlig neue und harmonischere Beziehung. 

Tango Lesson ist kein Tanzfilm wie gewohnt, hat manchmal ein wenig zuviele Themen gleichzeitig zu behandel (wie z.b. die jüdische Herkunft der beiden Hauptdarsteller) besticht aber durch eine lebensnahe Ehrlichkeit, stimmungsvollen Nahaufnamen und excellenter Tanzdarbietungen. 

Ein Film für Tanzfreunde, welche die Musik nicht nur in den Beinen spüren. 
 

 
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