A Tickle in the Hearth
Julius J. Epstein 
Max Epstein 
William Epstein  

Regie:  Stefan Schwietert 

Dokumentarfilm  schwarz/weiß   Filmdauer: 83min 
Vor mehr als 60 Jahren begann die Karriere von Max, Willie und Julie Epstein in New York. Auf den Festen, insbesondere den Hochzeiten der jüdischen Einwanderer spielten die Epstein Brothers ihre Musik, die so ausgelassen und fröhlich wie sentimental und traurig sein konnte. Oft dauerten die Feste tagelang, man tanzte und sang, lachte und weinte. In dieser Zeit wurden die Epsteins zu den Königen der Klezmer-Musik.

Mit der Assimilation der jüdischen Einwanderer an den "american way of life" verschwand auch die Klezmer-Musik beinahe. Die Epstein Brothers zogen sich, zusammen mit ihrem alten Publikum, ins Rentnerparadies Florida zurück. Hier, in "god´s waiting room", wo die Tage mit Autoputzen, Dartenarbeit und langen Diskussionen über das Essen vergehen, überlebte der Klezmer wie auf einer Insel.

Im rüstigen Rentenalter wurden die Epsteins schließlich vom Klezmer-Revial überrascht. Die Könige des Klezmer kehrten zurück und feiern seitdem Erfol um Erfolg, auch in den renommierten Konzertsälen Europas und den USA. Und wurden die "klezmorim" früher nicht besser als Tagelöhner und Vagabunden angesehen, so feiert man sie heute als Künstler. Ein später Erfolg, über den sich niemand mehr wundert als die Epstein Brothers selbst.
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Kletzer-Musik:
Die traditionelle Instrumentalmusik der osteuropäischen Juden wird heute allgemeinals Klezmer-Musik bezeichnet. Ihr musikalischer Aufbau ähnelt der rumänischen Zigeunermusik, enthält aber auch Elemente der Volksmusik Polens, der Ukraine und anderer osteuropäischer Länder.

Unverwechselbares Kennzeichen der Klezmer-Musik ist die dem Gesangstil der jüdischen Gebetstradition nachempfundene Spielweise, für den der sogenannte "krekhts" typisch ist. Gespielt wird sie meist zu feierlichen Anlässen, wo nach ihren fröhlichen Melodien getanzt wird, doch gibt es auch wehmütige, nicht tanzbare Lieder.

Kletzmer-Musiker, genannt "klezmorim", zogen bereits vor Jahrhunderten mit "tsimbl", Geige, Bass und Trommel durchs Land, um bei Festen aufzuspielen. In Herbergen und Interhöfen, in Kurorten und auf Bällen waren sie mal gern gesehene Unterhalter, mal störende Vagabunden, die mit ihrem wilden Leben kaum mehr Ansehen genossen als Bettler.

Mit den jüdischen Einwanderunwellen gegen Ende des letzten Jahrhunderts kam die Kletzmer-Musik in die Neue Welt und entwickelte sich dort zu Beginn dieses Jahrhunderts zu einer neuen Blüte. Die traditionelle Dominaz der fidl (Geige) wurde abgelöst von der Klarinette, Einflüsse der amerikanischen Unterhaltungsmusik mischte sich hinzu.

Die Musik der Epstein Brothers ist bei der Sschott Wergo Music Media GmvH, Mainz erhältlich.
Auf CD erschienen. Best. Nr.: SM 1611-2 und SM 1610-2.
 
 
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