Kapitel 4: Wissen ist Macht, doch Unwissenheit ist Gefährlich
Eine Woche später waren wir wieder in Barthertown. Wir waren froh, daß wir die Anstrengungen der Berge hinter uns gelassen hatten. Wir quartierten uns in dem selben Gasthaus ein, das wir vor mehr als vierzehn Tagen gemeinsam verlassen hatten. Torm, der Besitzer und Wirt, erkannte uns trotz des Reiseschmutzes und gab uns unsere alten Zimmer, die zufälligerweise frei waren. Nach einer ausgiebigen Wäsche und Essenspause setzten wir uns im Hauptraum der Schenke zusammen um weitere Pläne zu schmieden.
| Sahel wollte
ein wenig in der Schmiede arbeiten und die Fähigkeiten von Ardela
trainieren, Kaleb war versessen darauf seine Tätowierkünste zu
verbessern und ich sollte wieder nach Thoral um nach Informationen über
den Siegelring zu suchen.
Am nächsten Morgen trennten sich erneut unsere Wege. Meine Reise nach Thoral plante ich sehr umsichtig, da ich nicht wollte, daß mich die Suchenden der Drachenstatue zu Gesicht bekamen. So kam ich etwas später in der Bibliothek an. Es dauerte keine fünf Tage bis ich das Geheimnis des Ringes gelöst hatte. Es handelte sich um einen Bruderschaftsring eines Klosters, das vor der Scourge bewohnt war. Mir war es sogar möglich, alte Wegangaben zu dem Kloster zu finden, die aber von der Stadt Parlainth ausgingen. Nachdem ich alle wichtigen Daten kopiert hatte und den freundlichen Zwergen eine Kopie meines Reiseberichtes überlassen hatte, begab ich mich wieder nach Barthertown. |
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Dort erfuhr ich das wir noch etwa eine Woche hier bleiben sollten, bis Sahels Waffe fertig war und Kaleb ausgelernt hatte. Ich selbst beschloß meinen neuen Lehrer zu suchen um weitere Studien bei ihm zu beginnen. Ich fand ihn wieder in seiner Schenke und war erfreut, daß er Zeit für mein Training hatte. Die Woche verging wie im Flug und ich war begeistert, daß ich einen weiteren Grad in der Disziplin des Rawmages erreicht hatte. Als Abschlußgeschenk wurde mir wieder eine Schriftrolle mit einem Zauber gegeben. Endlich war ich nun auch in die Geheimnisse der Nethermancy eingeweiht worden, und konnte nun ein bißchen besser die Kräfte verstehen, mit denen Kaleb arbeitete. Nachdem ich zurückkam, erfuhr ich, daß uns der Neffe des Waffenschmiedes, bei dem Sahel öfters arbeitete, begleiten würde. Mir war das recht, den man hatte mir schon früh beigebracht, das es gut war wenn man einen Waffenschmied auf Reisen mit hatte. Das sollte sich in den kommenden Wochen bestätigen. Der junge Zwerg hieß Dunor und war stämmig, selbst für seine Rasse. Der kleine Krieger war eine gute Erweiterung für unsere Gruppe, da Waffenschmiede sich auch mit der Magie von Waffen auskannten. Mit mühevoller Kleinstarbeit konnten sie die potenziellen Kräfte einer Waffe erkennen. Sahel und Kaleb bemühten sich eine Karavane zu finden, die nach Haven, das war eine Stadt am Rande von Parlainth, fuhr. Nach einigen Stunden fanden sie eine Orkkaravane, die noch Wächter benötigten. Es wurde ein Preis für unsere Dienste ausgehandelt (Kaleb war ein Meister, wenn es darum ging einen besseren Preis für seine Dienste zu erhalten) und zwei Tage später traten wir unsere Reise nach Haven an. Die Karawane bestand aus drei Pferdewagen, wobei nur zwei unsere Fracht transportierte. Der dritte Wagen war für den Proviant. Die restlichen Teilnehmer waren alles Orks, und wir mußten schnell feststellen, daß sie lieber unter sich blieben.
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Die Reise sollte etwa fünf Wochen dauern, aber das war egal. Auf der Reise ertappte ich mich öfters, wie ich nach Fay Ausschau hielt oder versuchte neben ihr zu sein. Sie schien von meiner Aufmerksamkeit für ihre Person nichts zu merken, doch ich war mir nie sicher. Jeden Tag war das selbe. Wir marschierten bis Mittags, dann eine kurze Essenspause, weiter bis fast zum Sonnenuntergang. Das Nachtlager wurde immer sorgsam gewählt, was den meisten von uns seltsam vorkam. Nach Ende der vierten Woche wurde mir etwas schlecht. Leichte Bauchkrämpfe ärgerten mich den ganzen Tag. Noch viel schlimmer als mir ging es Ardela und Fay. Beide saßen auf unseren Pferden und konnten sich nur mit Mühe festhalten. Einzig Kaleb schien von der auftretenden Krankheit verschont geblieben zu sein. (Naja ein Skelett mit Bauchschmerzen, lächerlich) Auch die Orks zeigten keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung. Obwohl Orks als zäh galten, waren wir etwas mißtrauisch. |
Bei der genauen Kontrolle unserer Wasserreserven stellten wir fest, daß diese schlecht geworden sind. Am Abend sind wir vorsichtiger geworden. Das Wasser wurde abgekocht und das Essen mittels eines Zaubers von Kaleb gesäubert. Wir merkten alle die Blick der Orks in unseren Rücken und wußten, daß es bald Zeit war, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Am nächsten Morgen waren die Krämpfe vergessen und alle hatten sich zum Glück erholt. Der Weg hatte uns wieder in's Gebirge gebracht und wir folgten einer kleinen Schlucht. Kurz nach Mittag, wir hatten gerade mit dem Orkanführer die Vorhut übernommen, setzte sich dieser, zum Wagentreck zurück, ab. Er verschwand hinter dem Proviantwagen und alle waren sich einig, daß es bald so weit war.
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