Die Gruppe hatte schon vier dieser Gegenstände gesichert, doch der Letzte war im Besitz von Briamon gewesen und so konnte er die Abenteurer überzeugen (erpressen wäre das bessere Wort) mich mit ihnen zu nehmen. Mir wurde erklärt, daß wir nun alle Gegenstände in die dafür vorgesehenen Plätze geben müßten, um die Türe zu öffnen und die Schätze zu erbeuten. Nachdem wir dies getan hatten öffnete sich tatsächlich die Tür.
Dahinter war es für das menschliche
Augen zu düster, doch sowohl meine als auch Fay´s Augen
benötigen weniger Licht und so konnten wir rechtzeitig die zwei düsteren
schattenhaften Gestalten erkennen, die gerade hinter den Säulen hervorkamen.
Doch mein Warnschrei kam für Sahel zu spät. Eines dieser Schattenwesen
griff an und verletzte ihn. Unnatürliche Kälte durchzog seinen
Körper und es sah aus als würde er von einer dünnen Eisschicht
eingefroren.
Das zweite Wesen attakierte Fay, und erzielte den selben Effekt auch bei
ihr. So war es an den magisch Begabten dieses Problem zu meistern. Ich
war gerade mit dem Weben eines Feuerspruches fertig geworden, als sich
einer der Schatten auf mich stürzte. Dieses Mal wäre ich der
Langsamere gewesen, doch das Wesen zielte zu hoch und ich konnte mich unter
dem Schlag ducken und meinen Zauber auf das Ziel lenken. Mörderische
Hitze und Flammen züngelten auf das Wesen zu und es schien, als ob
der Schatten heller wurde. Ich hatte ihn verletzt aber noch nicht erledigt.
Ein Aufschrei des Nethermancers ließ mein Blut in den Adern gefrieren. Das andere Wesen hatte ihn getroffen und erneut durchzog die Kälte einen menschlichen Körper, doch lief es diesmal anders als erwartet. Als ich zu Kaleb besorgt hinübersah, webte er gemein lächelnd erneut einen seiner Zauber. Er hatte es geschafft, dem Kältezauber der Schatten zu widerstehen. Auch Sahel hatte sich inzwischen vom Eis, das ihn einschloß, befreit und ging - noch etwas unsicher - auf eines der Monster mit seinem Schwert los.
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Noch hatte ich
einen Schatten, der mein Leben suchte an meiner Seite. Ich wußte,
daß ich keine Zeit hatte um erneut den Feuerzauber zu weben, also
entschloß ich mich einen Zauber zu werfen, der den Geist meiner Gegner
mit der Kraft eines geworfenen Dolches treffen konnte. Ich konzentrierte
mich kurz, um die notwendige Energien aus dem Astralraum zu ziehen. Erneut
hatte ich Glück, daß die Energien mich nicht verletzten.
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Fay war schnell aus dem Eis befreit und endlich konnten wir die Schätze heben. Mehrere Kisten mit Kupfer-, Silber- und einigen Goldmünzen konnten sichergestellt werden. Das interessanteste Stück war eine Landkarte der Region, die angeblich magischen Ursprungs sein sollte. Wir teilten das Vermögen unter uns auf, und planten wie wir die gefundenen Plattenrüstungen zu Geld machen könnten.
Der Plan war, daß wir mittels Ochsenkarren, Flaschenzügen und einer gezimmerten kleinen Brücke die Rüstungen ans Tageslicht transportieren wollten, sie am Marktplatz zu Geld machen und spätestens am darauffolgenden Tag mit einer Karawane die Stadt verlassen sollten.
Fay hatte inzwischen herausbekommen, daß die getöteten Wachen zu einer Diebesgilde gehörten, die in dieser Stadt der Diebe ihr Unwesen trieb. Gesagt, getan und nach einem schweißtreibenden Tag voll Arbeit konnte ich stolz auf mein erworbenes Vermögen sehen. Mehrere hundert Silberstücke waren nun mein Eigen.
Endlich konnte ich mir einen Gegenstand
leisten, der mir noch gute Dienste leisten sollte. Er sollte mein Astralsensitives
Auge werden. Dies ist ein Gegenstand aus Bernstein mit einem Wurm darin.
Hält man ihn an sein Auge, so bort sich der Wurm in dieses, und verbindet
den Kristall mit dem Auge. Mittels dieser schmerzhaften Verbindung war
es mir möglich, in den Astralraum zu sehen.
Dies war für mich von lebenswichtiger Bedeutung, denn meine Art zu
zaubern wurde sehr von der Reinheit des Astralraumes beeinflußt.
Je verschmutzter der Astralraum, desto gefährlicher war meine Arbeit.
Nur sehr erfahrene oder sehr lebensmüde Rawmages konnten es in der
Gegenwart eines Horrors wagen, einen Zauber zu sprechen. Und ich war zu
diesem Zeitpunkt weder das eine noch das andere.
Nach meinem erneuten Treffen mit der Gruppe konnte ich zum ersten Mal selbst Kaleb schocken, was ehrlich gesagt nahezu unmöglich war. Selbst im Angesicht von unmöglichen Aussichten war der Nethermancer nie um Verhandlungsgeschick verlegen. Aber dazu später.
Fay hatte inzwischen eine Karawane gefunden, die auf den Weg nach Thoral war.
Thoral, das legendäre Zwergenkönigreich unter den Bergen, war ein Ziel für jeden Abenteurer, da sich dort eine der besten Bibliotheken der Provinz befand. Einige tausend Bücher und Reisejournale lagen dort, um von Gelehrten und Helden gelesen zu werden. Ein sehr passendes Ziel für ein paar Anfängerhelden wie uns.
Der Anführer der Karavane war
ein Zwerg namens Baldur. Er war ein Zwergenhändler und transportierte
diesmal nichts wertvolles, doch wollte er einen Abstecher in ein Dschungelgebiet
machen, um dort eine seltene Pflanze zu finden.
| Die Verhandlungen
wurden geführt und wieder einmal konnte Kaleb einen besonderen Handel
für sich erreichen. Sein selbstsicheres, fast schon beleidigendes
Auftreten gefiel scheinbar den Auftraggebern und so konnte er meistens
(fast immer) einen guten Preis für seine Dienste herausschlagen. Weiters
begleiteten sechs männliche Krieger, ein Ork und eine Beastmasterin
mit ihrer doch beeindruckenden Raubkatze den Zwergenhändler. Von den Kriegern kann ich nicht viel sagen, aber die Beastmasterin war sowohl hübsch als auch anmutig. Doch die Nähe der Wildkatze brachte ihr genügend Privatsphäre. Selbst unser selbstsicherer Nethermancer dachte zweimal darüber nach, ein falsches Wort oder Geste in der Nähe der Wildkatze zu machen. Die Reise sollte circa fünf Wochen dauern und für den Moment sah alles in Ordnung aus. Kurze Zeit später waren wir auf dem Weg nach Thoral ohne zu wissen, wen wir verärgert in Kratas zurückließen und wie dieser, uns noch unbekannte Gegner uns das Leben schwer machen würde. Nach einem letzten Blick zurück hatte ich zu diesem Zeitpunkt gehofft diese Stadt nie mehr wieder zu sehen. |
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